Einfach vegan kleiden

Ja das geht.

Oft ist es der gleiche Weg, den wir während unserer Entwicklung zu einer veganen und nachhaltigen Lebensweise machen. Erst machen wir uns Gedanken über unsere Ernährung. Oft aus ethischen Gründen gegenüber unseren Tieren. Als Konsequenz ernähren wir uns vegan. Denn Tiere sollen für unsere Ernährung nicht leiden müssen. Doch bald merken wir, dass das nicht ausreicht. Denn wir sind immer noch stark für das Leid der Tiere verantwortlich.

Einen Blick auf unsere Kosmetik, vielen Gebrauchsgegenständen und unserer Kleidung verrät uns, dass auch hier viel Tier drin steckt. Wir hinterfragen und wollen auch hier Konsequenzen ziehen. Bei Pelz ist es ja sehr offensichtlich, dass ein Tier dafür qualvoll sterben musste. Bei Wolle waren wir bisher vielleicht etwas naiv. Wer denkt, dass ein Schaf seine Wolle freiwillig und das völlig ohne Leid abgibt, der sollte hinter die Kulissen schauen. Und das betrifft auch viele andere Textilien. Es lohnt sich also, Kleidungsartikel genauer anzusehen und zu hinterfragen.

vegane Kleidung

Unsere Kleidung wird oft aus Wolle, Seide, Leder, Pelz und sogar aus Knochen Hörnern und Muscheln hergestellt. Wer hätte das gedacht! Leider werden viele der heute gebräuchlichsten Materialien für Kleidung aus tierischen Bestandteilen gewonnen. Nun, Leder wird in der Regel aus Rinderhäuten oder den Häuten anderer Tiere hergestellt. Wolle kommt von Schafen (oder Kaschmir von Ziegen und Angora von Kaninchen). Seide wird aus Raupen hergestellt. Die dazu eingesetzten Verarbeitungsmittel gelten als umweltschädigend und Tiere müssen qualvoll leiden.
Nicht selten hört man das Argument, dass tierische Fasern ein Nebenprodukt der Landwirtschaft seien. Doch reicht dieses Argument aus, um zum Beispiel Leder ohne schlechtem Gewissen zu tragen? Wohl eher nicht. Denn die Herstellung bringt neben dem Tierleid Umweltbelastungen mit sich. Es braucht enorme Ressourcen, um Rinder zu halten, und es braucht Unmengen von Chemikalien, um die Tierhaut zu verarbeiten. Der größte Teil dieser Verarbeitung wird in Entwicklungsländer verlagert. Dort leiden die Arbeiter und ihre Familien unter den Auswirkungen gefährlicher Gifte. So gesehen, sind auch Menschen Opfer einer übermäßigen Nachfrage nach tierischen Textilien.

Doch es gibt zum Glück Alternativen. Damit wir uns warm und schick kleiden können, muss kein Tier leiden! Vegan zugelassene Kleidung wird aus pflanzlichen Textilien wie Baumwolle, Leinen, Hanf oder aus Chemiefasern wie Elastan oder Polyester produziert. Baumwolle kennt jeder von uns, denn sie ist ein beliebtes Material in der Textilindustrie. Sie wird aus Pflanzenmaterialien hergestellt, ebenso wie Viskose. Während Baumwolle von der Baumwollpflanze gepflückt und gesponnen wird, wird Viskose tatsächlich aus Zellstoff und anderen Pflanzenfasern hergestellt. Viskose kann die Textur von Wolle oder Seide imitieren – es werden keine Tiere benötigt! Baumwolle und Viskose sind beide tierfreundliche und zunehmend umweltfreundliche Materialien, die sehr komfortabel und atmungsaktiv sind.

vegane Kleidung

Folgende Materialen eignen sich gut für die Herstellung veganer Kleidung, Schuhe und Accessoires. Sie werden zunehmend in der Kleidungsindustrie verwendet.

Baumwolle
Baumwolle ist eine weiche, atmungsaktive Faser, die von Kopf bis Fuß in allen Stilrichtungen zu finden ist. Leider kommt die konventionelle Baumwolle oft aus Orten wie Usbekistan, da wo die Baumwollsklaverei und das Arbeiten mit Pestiziden noch immer weit verbreitet ist. Glücklicherweise bieten immer mehr Marken Bio-Baumwolle an. Also auch bei Baumwolle sollte man genau auf das Etikett schauen.

Nylon
Wenn es darum geht, eine Auswahl für den richtigen Stoff zu treffen, gibt es nicht immer eine einfache Lösung. Zwar ist Nylon nicht immer umweltfreundlich aber auf jeden Fall vegan. Nylon ist insbesondere bekannt, aus der Produktion von Strumpfhosen. Nylon ist langlebig und kann somit viele Jahre getragen werden.

Vegane Seide
Es braucht über 2.500 Seidenraupen, um einen Meter Seide herzustellen. Wahnsinn! Denn das bedeutet, dass Tausende von Insekten für ein einziges Seidenkleid sterben müssen. Doch auch hier gibt es glücklicherweise die vegane Seide als Alternative. Sie wird aus einer Vielzahl von synthetischen Fasern hergestellt. Und sie sieht genauso aus wie tierische Seide und fühlt sich auch genauso an.

Polyester
Polyester hat zwar einen schlechten Ruf – und das aus vielen guten Gründen -, aber es ist auch eine faltenfreie, schrumpffreie, recycelbare Faser. Polyester kann auch oft recycelt werden, um die Umweltbelastung zu reduzieren. Und für einige Kleidungsstücke ist sie sicherlich eine gute vegane Alternative.

Hanf
Hanf ist besonders umweltfreundlich. Denn er braucht für den Anbau keine Pestizide und chemischen Dünger. Zudem ist er vollständig biologisch abbaubar. Er hält als Kleidung besser warm, ist saugfähiger und strapazierfähiger als Baumwolle. Eine tolle vegane Alternative, wie ich finde.

Leinen
Sie ist eine der ältesten Textilfasern und benötigt für den Anbau wenig Pestizide und Düngemittel. Leinen ist sehr reißfest und fühlt sich sehr angenehm auf der Haut an – vor allem an heißen Sommertagen. Leinen ist vollkommen biologisch abbau- und recycelbar.

Lyocell
Lyocell ist auf Cellulose-Basis. Meist kommt er als Basis bei Holzzellstoff zum Einsatz. Er schimmert leicht, ist sehr weich und angenehm zu tragen. Lyocell ist biologisch abbau- und recyclebar.

Veganes Leder
Es sieht zwar aus wie Tierleder, hat aber nur 1/3 der Umweltauswirkungen von Rindsleder (ja, sogar die aus Kunststoff!). Es ist einer der innovativsten Bereiche der Mode im Moment, mit Leder-Alternativen, die von recycelten Ketchup-Flaschen bis hin zu übrig gebliebenen Ananasblättern reichen zu arbeiten und Kleidung herzustellen. Googlet doch mal nach Schuhen aus Ananasleder. Das Angebot ist schon sehr vielfältig und wächst zunehmend.

Kork
Kork kommt häufig bei Accessoires zum Einsatz, wie Gürtel, Taschen, Geldbeutel und Schuhe. Kork ist besonders leicht zu pflegen, weist Wasser ab und ist atmungsaktiv. Eine TOP Alternative.

Holz
Wie Kork wird auch Holz immer beliebter bei der Herstellung von Accessoires. Vor allem Uhren und Sonnenbrillen werden aktuell vermehrt aus Holz gefertigt. Wie zum Beispiel die Sonnenbrillen von Stadtholz. Schaue mal hier.

Wir sehen, dass es sehr viele vegane Alternativen gibt uns es werden immer mehr.

vegane Kleidung
Viele Modelabels haben sich schon auf vegane Kleidung und Schuhe spezialisiert. Dazu gehören zum Beispiel recolution, Matt & Nat, Fritzi aus Preußen, ethletic, Bleed, hoodlamp, ragwear und Hempage. Es wird immer leichter, sich vegan und gut zu kleiden. Schick geht also auch vegan. Und zwar auch immer einfacher. Wenn man sich ein bisschen mit dem Thema befasst, kennt man sich schon nach kurzer Zeit gut aus. Man lernt die Modelabels kennen, weiß, welche zu dem eigenen Stil passen und wo man sie kaufen kann. Zwar sind einige vegane und fairproduzierte Kleidungsstücke etwas kostspieliger als Andere, aber unsere Tiere, Umwelt und unsere Mitmenschen werden uns dafür danken. Und man muss ja nicht ständig shoppen gehen.

Übrigens finden wir, dass man tierische Kleidung, die wir schon haben, nicht weggeworfen werden sollten. Entweder tragen wir sie auf, verkaufen oder verschenken sie. Wenn wir etwas Neues brauchen, kaufen wir dies einfach als veganes Kleidungsstück.

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