Vegane Challenges – Abenteuer und Kick

Wer sich viel in Social Media und Youtube bewegt, der kommt an Challenges nicht vorbei. „Try not to move“, „7 Sekunden Challenge“, „10.000 kcal Challenge“ sind nur wenige unter Millionen Challenges, die im Internet kursieren.  Manche Teilnehmer überwinden damit einfach ihren Mut, manche sollen den eigenen Schweinehund überwinden und zielen auf eine gesündere Lebensweise ab, manche sind einfach nur verrückt, gefährlich und riskieren das eigene Leben.
Oft bezwingen Menschen ihre Challenge öffentlich – andere können zusehen, bewundern, mitfiebern oder einfach die Hände über den Kopf schlagen.

Aber was versteht man überhaupt unter einer Challenge? Im Prinzip ist es eine Herausforderung und ein Abenteuer, für denjenigen, der sie durchführt. Jedes Ziel, das für den Challenger nicht alltäglich ist und eine gewissen Überwindung und Durchhaltevermögen kostet, ist eine Challenge. Jedes Ziel kann eine Challenge werden.

Das Thema Challenge geht auch bei der veganen Lebensweise nicht vorbei. Wenn Du Dich schon mal mit veganer Ernährung befasst hast, hast Du sicherlich auch schon von veganen Challenges gehört. Dabei geht es schlichtweg darum, sich für eine gewisse Zeit vegan zu ernähren. Diese Challenges sprechen vor allem Menschen an, die die vegane für einen vorgegebenen Zeitraum mal ausprobieren möchten. Challenge deshalb, weil die vegane Ernährung für den Challenger nicht alltäglich ist.

Die bekanntesten veganen Challenges im deutschsprachigen Raum sind wohl die 30 Tage vegane Challenge „Vegan for fit“ und die 7 Tage vegan Challenge „Gipfelstürmer“ von Attila Hildmann. Für beide Challenges  ist jeweils das dazugehörige Buch notwendig, das die Rezepte für die Challenge enthält. Attila Hildmann gibt in den Büchern die Mahlzeiten, die man zu sich nehmen darf, vor. Zudem ist alles zuckerfrei und es wird auf Weizenmehl sowie Alkohol verzichtet. Es ist also neben der veganen Challenge auch eine Clean-Eating-Challenge. Zehntausende haben die Challenge bereits durchgeführt und so den Sprung in die gesunde vegane Ernährung geschafft. Sie fühlen sich spätestens nach der Challenge sehr gut in Ihrer Haut, ausgeglichen, fit und glücklich. Für eine vegane Challenge ist ein Mindestmaß an Durchhaltevermögen notwendig. Vor allem an den ersten Tagen kann man die körperlichen Anpassungen und gegebenenfalls Entzugserscheinungen deutlich spüren. Wichtig ist deshalb, dass das gesteckte Ziel  allgegenwärtig ist. Denn oft vielen Versuchungen muss man stand halten. Den Besuch bei Oma zum Mittagessen, eine Geburtstagsparty, der Einkauf im Supermarkt und viele mehr.

Leider halten nicht alle Challenger die vegane Challenge durch. Häufig liegt es auch an mangelnder Vorbereitung. Denn Vorbereitung ist bei einer veganen Challenge alles. Deshalb sollte man sich immer rechtzeitig im Voraus überlegen, was man aus den veganen Challenge Rezepten zubereiten möchte und die Zutaten dann entsprechend einkaufen. Wer übrigens wenig Zeit zum Einkaufen hat, kann auch hier online für die vegane Challenge einkaufen. Wer gut vorbereitet ist, den kann eine Versuchung oft nichts anhaben.

Ein anderer Grund, warum Challenger oft nicht durchhalten, ist fehlende Disziplin. Zu sehr sind sie in ihrer alten Ernährungsweise gefangen. Kaum taucht eine Situation auf, in der nicht Challenge taugliches Essen verfügbar ist, vergisst der Challenger seine guten Vorsätze und seine vegane Challenge. Ausreden werden gefunden. Und zack wurde gesündigt. Einmal gesündigt ist die Hemmschwelle niedriger, wieder zu sündigen. Ich weiß, wovon ich rede – denn diese Situationen hatte ich auch schon. Ich hatte schon einmal die vegane Challenge “Gipfelstürmer” von Attila Hildmann begonnen. Am 3. Tag, ich spürte noch Kopfschmerzen und das Verlangen nach mehr essen (ja, deshalb heißt es auch Challenge), da kam mein Freund, der nicht an der Challenge teilnahm mit veganer Bolognese und Nudeln. Zack ein kleiner Löffel, dann noch einen und noch einen. Dann noch ein bisschen hier und da genascht. Und zack, der Challenge -Tag und die ganze Challenge waren im Eimer. Ich war enttäuscht und gefrustet. Nichts mit Kick. Das Abenteuer war vorbei.

Doch was könnte den Challenger dazu ermutigen, die schwachen Momente gut zu überstehen? Nicht zu sündigen, diszipliniert zu sein, sein Ziel im Visier haben. Vielleicht wäre eine Art Kontrolle nützlich? Ja, Kontrolle und Austausch. Auf diese Idee sind schon viele Challenger gekommen. Oft bilden sich Gruppen auf facebook, um gemeinsam die vegane Challenge durchzuführen. Ich war auch schon in solchen Gruppen. In diesen Gruppen kann beobachtet werden, dass sich Challenger wiederum in Whatsapp Gruppen zusammen schließen, um sich für die vegane Challenge noch mehr zu motivieren, Fotos der veganen Gerichte zu teilen und sich gegenseitig von schwachen Momenten abzuhalten. An und für sich eine gute Idee.
Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass diese Gruppen weniger nützlich sind. Kaum hat sich eine Gruppe zusammengefunden, ist der Austausch sehr intensiv. Zu beobachten ist, dass nach ein paar Tagen der Austausch immer weniger wird. Man weiß  nicht, was die anderen in der Gruppe machen. Ob sie wohl die vegane Challenge durchhalten? Auch eine vegane Whatsapp Gruppe kann also nicht die volle Kontrolle übernehmen. Es gibt sicherlich auch Ausnahmen, in denen die gewünschte Motivation und der rege Austausch stattfindet.

Wenn man sich für eine Challenge entscheidet, sollte man sich also auch selber darum kümmern, sie durchzuhalten. Das ist das Wichtigste. Das kann uns keiner abnehmen. Die Disziplin steckt immer noch in uns. Diese ist gefragt. Das gilt vor allem für Challenges, die mehrere Tage andauern. Während der Challenge sollte man sich nur auf diese konzentrieren. Am besten weniger Termine vereinbaren. Das Ziel immer im Visier. Innerlich immer wieder das Ziel wiederholen, das Ziel in Erinnerung rufen. Man sollte an den Erfolg, den man am Ende der Challenge erfahren wird, denken, an das Glück und den Stolz, die Challenge geschafft zu haben.

Das Gefühl, die Challenge erfolgreich gemeistert zu haben, das sollte Dich motivieren durchzuhalten. Das ist das Gefühl von Sieg, von Glück, von Trumpf – es ist wie ein Kick. Wie ein langer Adrenalinausstoß. Genau dieses Gefühl verleitet uns und immer mehr Menschen, Challenges zu bestreiten. Haben wir einmal eine Challenge geschafft, möchten wir mehr davon. Wir werden süchtig. Immer mehr Menschen nehmen Herausforderungen in Form von Challenges an. In allen Lebensbereichen sind sie anzutreffen. Ob Ernährung, Sport, Musik oder andere. Fast überall lassen sich Menschen Challenges einfallen und finden Anhänger. Jeder will die Herausforderung meistern und den Erfolg und die Anerkennung spüren.  Die Challenge ist das Abenteuer, der Kick ist die Belohnung.

1 Kommentar
  1. Antwort
    Daniel 1m 13:10

    Schöner Beitrag. Diese Netzwerkgruppen können meiner Erfahrung nach hilfreich bis zu überreizvoll sein, welche einem die Selbstbeobachtung und Entscheidungskraft nicht abnehmen. Manche sind kreativ und probieren eigene Rezepte aus und andere wiederum sind weitgehend auf fremde Ideen angewiesen. An weiterführender erschwinglicher und Gratis-Literatur mangelt es ja gottseidank nicht mehr. Das häufigere Lesen des Kleingedruckten auf Verpackungen stärkt mit der Zeit auch die Ich-Kräfte.

Hinterlasse ein Kommentar

Veganwin
Produkte vergleichen
  • Summe (0)
Vergleichen
0